100 Jahre Weihnachtsfrieden von 1914 – Kommentar der Jungen Alternative Berlin

Heute feiern wir alle gemeinsam mit unseren Familien und Freunden Heiligabend. Dieses Schicksal war vor heute genau hundert Jahren nicht Jedem vergönnt. Damals lagen sich Deutsche, Briten, Belgier und Franzosen in den flämischen Schützengräben gegenüber. Zwischen ihnen lag die sogenannte Todeszone und anstatt glückliche Stunden mit den Lieben am Weihnachtsbaum erwartete sie nur Kälte und Tod.


Am 24. Dezember stellten die Deutschen an vielen Stellen der ersten Frontlinie Weihnachtsbäume auf den Brustwehren auf, die mit Kerzen und Papierlaternen geschmückt waren. Nach und nach erklangen in beiden Lagern Weihnachtslieder und es kam zu Gesprächen zwischen den Feinden. An einigen Stellen verließen die Soldaten die Gräben, um auf dem Niemandsland ihre Toten einzusammeln. Am ersten Weihnachtstag häuften sich diese Szenen. In einigen Fällen bestatteten beide Lager gleichzeitig ihre Toten. Manchmal wurden sogar kleinere Geschenke und Adressen ausgetauscht. In einem Brief erklärte der deutsche Leutnant Niemann, dass in seinem Sektor bei Frelinghien-Houplines ein Fußballspiel ausgetragen worden sei, das 3:2 für die Deutschen ausgegangen sei – ein Wahrzeichen des Weihnachtsfriedens, das zur Legendenbildung beitrug.Der Wahrheitsgehalt kann jedoch heute nicht mehr geprüft werden. Sicher ist jedoch, dass es zu einem unorganisierten Gekicke zwischen den Gegnern kam, dass dabei allerdings nicht auf ein Tor geschweige denn mit einem Schiedsrichter gespielt wurde.


Man geht heute davon aus, dass mindestens 100.000 Soldaten der an der Westfront kämpfenden Parteien an dem Waffenstillstand teilgenommen haben, hauptsächlich Briten und Deutsche. Der Waffenstillstand und die Verbrüderungen wurden vor allem am 23. und 24. Dezember 1914 beobachtet. Vereinzelt waren längere Feuerpausen zu beobachten, einige sogar bis in den Januar 1915 hinein.


Die Junge Alternative gedenkt heute an die tapferen Männer, welche dieses Weihnachtswunder vor einem Jahrhundert ermöglichten und möchte diesen Anlass nutzen auch heutzutage für Frieden in Europa zu werben und allen Menschen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest wünschen. Krieg kann es nur dann geben, wenn es auch einen Feind gibt.

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